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Warum sich das Schwein als Co Therapeut eignet

Neugierde

Schweine sind sehr neugierig, dieses Verhalten kommt uns Menschen im Training mit diesen Tieren sehr zu gute. Ob man ihnen einen Ball, einen Kübel oder einen Federballschläger hinhält, es wird alles sofort erkundet.

Lernen

Noch dazu lernen Schweine irrsinnig schnell. Von meinen bisherigen Erfahrungen hat es noch kein Tier gegeben, das einfachste oder auch schwierigere Übungen so schnell auf Anhieb bewältigt hat. Man muss jedoch dazu sagen, dass die Phantasie und Kreativität des Trainers sehr beansprucht wird. Zeigt das Schwein mehrmals erlerntes Verhaltens muss man für sehr viel Abwechslung sorgen, sonst wird es dem Tier mit der Zeit zu langweilig. Fordert man das Tier geistig, muss man damit rechnen ein Tier vor Augen zu haben, welches ständig arbeiten will. Ähnlich wie beim intensiven Training mit Hunden.

Futter

Nachdem Schweine auch sehr gerne Futter zu sich nehmen, fällt es einem Trainer nicht schwer, das Training positiv zu gestalten. Meine Tiere sind auch nicht wählerisch was die Futterhand angeht, sie haben noch keinem Kind Futter abgeschlagen. Ob die Kinder unkontrollierte Laute von sich geben, ruckartige Bewegungen machen oder optisch etwas anders aussehen, Hauptsache die Belohnung stimmt. Im Unterschied zu Hunden, die oft sehr zurückhaltend behinderten Menschen gegenüber reagieren (wenn sie solche nicht gewöhnt sind) habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Schwein jeden auf Anhieb annimmt.

Angst

Die Neugierde und das Verlangen nach Futter ist bei meinen Tieren größer als Angst. (Wenn man sie wie oben erwähnt artgerecht hält). Natürlich gibt es viele gestresste Schweine, die bei Annäherung eines Menschen flüchten oder zusammenzucken. Man beachte jedoch die Haltungsweise dieser Tiere und den oft negativen Kontakt zum Menschen. Der einzige Mensch der für diese Tiere positiv verknüpft wird ist derjenige, der die Tiere füttert. Andere Kontakte zu den Tieren sind in der Regel negativ. ( Verladen, Schlachten, Tierarzt…etc….)

Sozialverhalten

Schweine habe eine ausgeprägtes Sozialverhalten. Es hat in meiner Heimat einen Vorfall gegeben, wo ein Schweinestall gebrannt hat und die Muttersau zurück in die Flammen gerannt ist um ihre Ferkel zu beschützen. Man kann es auch gut beobachten, wenn ein Schwein aus der Gruppe geholt wird, wie nervös und teilweise aggressiv die anderen Artgenossen werden. Schweine sind sozial lebende Tiere, es ist daher tierschutzwidrig ein Schwein alleine zu halten

Andere Artgenossen

Nach meinen Erfahrungen lieben Schweine auch den Kontakt zu anderen Tieren. Mein Bruder hält seine Schweine in Freilandhaltung, bei ihm ist es nicht erst einmal vorgekommen, dass ein Schwein unter dem Zaun durchgeschlüpft ist um die Kühe auf der anderen Weide zu besuchen. Im Sommer diesen Jahres war es auch so, dass wir ein Ferkel hatten, dass eine Kuh der eigenen Mutter vorzog. Nachdem die Mutter zu wenig Milch für die vielen Ferkel produziert hatte, wanderte eines davon in die andere Weide und trank bei den Zitzen einer erwachsenen Milchkuh. Dieses Schwein ist auch heute noch mit den Kühen zusammen. Es frisst, schläft und lebt auf ihrer Weide. Kontakt zu den eigenen Artgenossen hat das Schwein in Sichtweite. Wir haben schon mehrmals versucht dieses Schwein in die Koppel der eigenen Artgenossen zu treiben. Was jedoch vergeblich war, – es wollte offensichtlich bei den Kühen bleiben, wo es auch jetzt noch zufrieden lebt. Der Vorteil an der ganzen Sache ist der, dass man während der Therapie problemlos auch andere Tiere mit einbeziehen kann wie beispielsweise eine Kuh

Ablenkung

Weiters ist zu sagen, dass sich Schweine nicht sehr von ihrer Arbeit ablenken lassen. Training unter Ablenkung ist beim Schwein kein Thema. Ob in der Nähe ein Hund bellt, sich viele Leute befinden oder ein Flugzeug fliegt, Anja und Babe reagieren kaum bis gar nicht darauf.

Welche Massnahmen sind zu erfüllen?

Stressfreie, artgerechte Haltung

Damit man das Schwein in der Tiergestützten Therapie einsetzen kann, muss die Haltung ideal sein, d.h die Schweine müssen ihre natürlichen Bedürfnisse ausleben können und sollten am besten schon als Ferkel in stressfreier Umgebung aufwachsen. Mein persönlicher Favorit unter den Haltungssysteme ist die Freilandhaltung. Suhlen, genügend Schattenplätze und ein zugfreier Raum mit ausreichend Einstreu ist ein Paradies für jedes Borstentier. Die Räumlichkeit sollte so gestaltet werden, dass die Schweine Fress, Kot und Liegebereich trennen können. Wobei ich bei meinen Schweinen beobachten kann, dass sie ihren Kotbereich nur im Freien haben. Das Schwein ist ein sauberes Tier, wenn es jedoch nicht artgerecht gehalten wird (Kastenstand), hat es auch nicht die Möglichkeit diese 3 Bereiche zu trennen.